Ist der Mensch zur Arbeit gemacht?

Hier mal ein kleiner Abschreckungslink auf einen sehr seltsamen Text von Uta Glaubitz, ihres Zeichens Berufsberaterin und Glossistin bei SPIEGEL Online:

Ist der Mensch zur Arbeit gemacht? Frage an Evolutionsbiologen – SPIEGEL ONLINE.

Erst einmal hat die Überschrift „Wir arbeiten, weil wir nackt sind“ fast nichts mit dem darunterliegenden Artikel zu tun. Insoweit irreführend. Aber egal. Auch die Argumentation hat’s in sich:

[..] Zurück zu dem, was uns vom Primaten unterscheidet: Der Mensch hat kein Fell, das ihn im Winter wärmt. Unsere Kleidung ist praktischer, da man sie leichter an- und ausziehen kann. Das allerdings setzt zumindest in der heutigen Welt voraus, dass es wenigstens Schneider gibt, aber auch Stofflieferanten, Kurzwarenhersteller und Nähmaschinenentwickler. So können wir uns auch ohne Fell warm halten.

Und das ist für das Thema Arbeit entscheidend. Denn statt Fell haben wir Millionen winziger Schweißdrüsen auf der Haut. Dadurch können wir schnell viel Wärme abgeben. Je mehr Wärme wir aber abgeben können, umso härter können wir arbeiten. Zum Glück! Würde ein Gorilla einen ganzen Tag lang einen Wohnzimmerschrank aufbauen – er würde verglühen.[..]

Ich wusste es! Die Evolution hat das Fell abgeschafft, um die Schneider-Industrie großzügig zu subventionieren. Und ich hatte Bobo, meinen Schimpansen noch gewarnt: „Bobo“, habe ich gesagt, „Finger weg vom IKEA-Regal! Lass es sein oder du verglühst.“ Was soll ich sagen: Der arme Bobo ruhe in Frieden.

Überhaupt stellt sich die Frage, ob es nicht ein strategischer Fehler war, damals überhaupt von den Bäumen runterzukommen. Gut: Schiller, Picasso und die Beastie Boys hätten wir verpasst. Ein Verlust. Aber auch Diabetes, überfüllte U-Bahnen und die Werbung für den Bauch-weg-Gürtel. Wer will da schon abwägen, was das bessere Schicksal ist?

Sei der Erste, der diesen Beitrag teilt!
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
0 Comments
Inline Feedbacks
View all comments
Bernd Slaghuis
Bernd Slaghuis
8 Jahre zuvor

Danke für diesen Link. Ich musste sehr lachen, als ich den ganzen Artikel gelesen habe … etwas kurios, aber sicher wissenschaftlich ernst gemeint (es war nicht der 1.4.).

Svenja Hofert
Svenja Hofert
8 Jahre zuvor

Aussage:
– Mit Fell haben wir weniger gearbeitet.
– Fell haben heißt (….. jip) nackt sein.
Das wiederum lässt folgende Schlüsse zu:
1.) Aufgrund des Fells haben wir weniger gearbeitet, ergo sollten wir uns alles eines wachsen lassen.
2.) Felle schützen vor zu viel Arbeit, folglich sollte uns der Arbeitgeber welche vor die Bürotür legen
Das scheint mir ein evolutionsbiologoisch phantastisch hergeleitetes Präventionsprogramm zu sein. Und ja ich weiß schon, warum ich Biologie in der 10 abgewählt habe. Hatte zu viel mit Affen zu tun 😉
LG Svenja Hofert

0
Would love your thoughts, please comment.x
()
x
X