Rezension: „Schwarzbuch Personalentwicklung“ von Viktor Lau

Dieses Buch rockt. Es versohlt den Hintern fast jedem Coach und Trainer, der da draußen seine Brötchen verdient. Und ich finde es gut. Laus Buch (das man zum Beispiel hier bei Amazon kaufen kann) ist eine Abrechnung: mit den Coaching- und Trainingsmoden der letzten Jahre, von „Heul‘ mit den Wölfen“ – Programmen bis zu der grassierenden Buddhismus-Welle in deutschen Chefetagen.

Manchmal haut Lau zu sehr drauf, aber was soll’s. In vielem hat er einfach Recht. Nach der Definition des Begriffs „Managementesoterik“ – mit dem er viele Angebote der Personaldienstleister beschreibt und den ich einfach nur für bombig halte -, kommt Lau zur Sache und zerlegt auf argumentativ hohem Niveau die folgenden Weiterbildungsströmungen in der Personalentwicklung:

  • Humankapitalbewertung
  • NLP
  • Organisationsaufstellungen
  • Systemische Beratung
  • Tiere als Co-Trainer
  • Transaktionsanalyse
  • Typologische Psychologie (DISG, INSIGHTS & Co.)
  • Zen-Leadership

Übrigens spart er auch nicht mit Kritik an den Personalern, die in seinen Augen für einen Personalentwicklungseinkauf nicht kompetent genug sind und immer wieder Scharlatanen auf den Leim gehen. Manchmal, indem sie eigene Sehnsüchte und „Erlösungsbedürfnisse“ auf den Coach oder Trainer übertragen. Schön ist, dass Lau am Ende Vorschläge macht, wie eine seriöse Personalentwicklung aussehen könnte: Betriebsgerichtet, rechtskonform, kontrollierbar und evidenzbasiert müsse sie sein. Dem kann man nur zustimmen.

Wer sollte das Buch lesen

  • Für Personaler und alle, die Personaldienstleister in Unternehmen einkaufen, ist es Pflichtlektüre. Damit sie einen Blick für die Hintergründe bekommen und schwarze Schafe aussortieren können.
  • Coaching-Klienten können sich mit dem Buch einen gewissen Überblick über die wichtigsten Strömungen verschaffen.

Wer sollte das Buch nicht lesen

  • Coaches und Trainer brauchen es nicht zu lesen. Entweder sie finden Dinge, die sie vorher schon gewusst haben und nicken zustimmend. Oder sie ärgern sich, weil „ihr“ Ansatz verrissen wird.
Sei der Erste, der diesen Beitrag teilt!

Hinterlasse einen Kommentar

avatar
  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei
Christoph Schlachte
Gast

Hallo Herr Väth,

zum Thema „Typologische Psychologie (DISG, INSIGHTS & Co.)“ habe ich aus Anlass einer Buchbesprechung „Was wirklich zählt!“ ausführlicher Stellung bezogen. Das ist ein Punkt da stimme ich Victor Lau völlig zu.

Was meinen Sie? http://schlachte.wordpress.com/2014/01/28/buchbesprechung-was-wirklich-zahlt/

Viele Grüße, Christoph Schlachte

X