Volker Beck

Volker Beck hat es verkackt. Mit Drogen erwischt zu werden, ist nun mal nicht so günstig, sei es als Politiker, Hausfrau oder Manager. Und Crystal Meth – falls es das war – fällt ja auch nicht gerade in die Kategorie „Champagnerdroge“, sondern riecht nach Zerfall, alten Zähnen und einem Fall für die Frühverrentung.

Aber auch wir haben es verkackt. Wir hätten die Gelegenheit gehabt, Größe zu beweisen. Wir hätten die Gelegenheit gehabt, nicht nachzutreten auf jemanden, der schon am Boden liegt. Wir hätten die Gelegenheit gehabt, konsequent, aber großzügig zu sein. Verlust aller Ämter: Ja, bitte. Öffentliche Hinrichtung: Nein, danke.

Aber so reif sind wir nicht. Wir geifern nach dem Blut der Promis, nach dem Fall des Politikers, um uns zu erheben und zu heucheln: Drogen? Nein, so etwas! Und zischen danach unser drittes Helles. Natürlich schießt die BILD wieder den Vogel ab: „Grüner mit Hitler-Droge erwischt!“ Ich dachte ernsthaft, BILD kann nicht noch tiefer sinken. Aber nun die völlig kranke Assoziation zwischen Volker Becks Drogenkonsum und Hitlers medikamentöser Wehrmachts-Glücksimpfung herzustellen, ist selbst für BILD ein trauriger Tiefpunkt.

Es heißt: Ein Land hat die Politiker, die es verdient. Aber haben die Politiker auch das Land, das sie verdienen? Volker Beck jedenfalls hat uns nicht verdient. Er hat einen Fehler gemacht und sollte die Konsequenzen tragen. Völlig richtig. Aber wer von uns möchte am Pranger stehen vor der Volksmeute, die ruft: „Kreuzigt ihn!“ Der Fall Beck zeigt wieder einmal, dass wir noch lange brauchen, um uns moralisch bei solcher Gelegenheit nicht zu erheben. Wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein.

Ach ja. Was das Ganze mit New Work zu tun hat? Auch in Unternehmen gilt oft das Gesetz der Rache, des Fertigmachens, des eigenen Vorteils. Doch was hat man am Ende? Nur Verluste.

Photo © Charles Thompson | Freeimages.com

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